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Aus dem Gemeinderat
23.11.2022
23.11.2022 16:49 Uhr

Kreislaufwirtschaft – die Stadt Zürich soll vorangehen

 Selina Walgis, Gemeinderätin Grüne, Wahlkreis 9
Selina Walgis, Gemeinderätin Grüne, Wahlkreis 9 Bild: zvg
«Wir sind noch nicht am Ziel. ­Deshalb haben die Grünen im Gemeinde- und im Kantonsrat Vorstoss­pakete eingereicht.»

Selina Walgis

Der Gegenvorschlag zur «Kreislauf-Initiative» der Jungen Grünen wurde am 25. September in der Stadt Zürich mit 92,47 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Kreisläufe sollen konsequent geschlossen werden, und die Stadt Zürich soll mit gutem Beispiel vorangehen. Ausserdem hat die Stadt ­Zürich ein Netto-null-Ziel. Damit dieses rechtzeitig erreicht werden kann, muss es mit der Kreislaufwirtschaft vorwärtsgehen. Damit weniger Abfall anfällt, muss die Nutzungsdauer von Gütern ­erhöht werden, und die Wiederverwendung und das Recycling müssen angekurbelt werden. 

Ja, vieles läuft schon gut oder kommt gerade ins Rollen: Die Zürcherinnen und Zürcher recyceln vorbildlich. Sogar das Wischgut der Stadt Zürich wird recycelt, zumindest teilweise. Plastikabfall wird endlich recycelt, und es wird in der Stadt ­Zürich 2023 eine flächendeckende Bioabfallsammlung eingeführt. Zudem wurden erste Bring-und-Hol-­Tische beim Cargo-Tram organisiert, welche Anklang fanden, und auch die Secondhandläden, Brockis und Flohmärkte in der Stadt Zürich tragen ihren Teil zur Kreislaufwirtschaft bei.

Wir sind aber noch nicht am Ziel. Deshalb haben die Grünen im Gemeinde- und im Kantonsrat Vorstosspakete zum Thema eingereicht. Gerade im Bereich des Baus kann noch vieles optimiert werden: Bauen im Bestand soll gefördert werden, und bei Ersatzneubauten soll kritisch hingeschaut werden. Einen entsprechenden Vorstoss haben die Grünen im Gemeinderat eingereicht.

Zudem fordern wir ein flächendeckendes Getränkekarton-Recycling, bei welchem zum Beispiel Ver­packungen von Tetra Pak recycelt werden können. Im Vergleich zur Verbrennung kann damit die Umweltbelastung um 40 Prozent reduziert werden.

Auch im Bereich der Textilien braucht es Massnahmen, denn rund 8 Prozent der Klimabelastung durch Treibhausgasemissionen sind auf den Konsum von Kleidung zurückzuführen. Die meisten Kleidungs­stücke werden entsorgt, bevor sie nicht mehr tragbar sind. So landen rund 2000 Tonnen Textilien jährlich in den Zürcher Sammelcontainern.

Die Grünen schlagen darum vor, die Bevölkerung stärker für dieses Thema zu sensibilisieren. Zudem soll die lokale Wiederverwendung gefördert werden und so hoffentlich bald weniger Kleidung in den Sammelcontainern landen.

Die Absicht der Nutzenden von Sammelcontainern ist es wohl, etwas Gutes zu tun und dazu beizu­tragen, dass die Kleidung wiederverwendet wird. Dieser wird die Kleidersammlung kaum gerecht – nur ein Bruchteil der Kleidung wird wiederverwendet. Teilweise konkurrenziert sie sogar den lokalen Textilmarkt anderer Länder. Und was dort nicht mehr gebraucht werden kann, landet nicht selten auf riesigen Müllbergen und wird gesundheitsschädlich verbrannt.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreterinnen und -vertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden ­äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Selina Walgis