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Auto & Mobil
17.09.2022
16.09.2022 11:07 Uhr

Für Sie erfahren: Ford Mustang Mach-E AWD

Gelungenes Design, ein viertüriges Coupé.
Gelungenes Design, ein viertüriges Coupé. Bild: zvg.
Der erste rein elektrische US-Ford ist ein cleveres Marketingkonstrukt und gefällt mit hoher Alltagstauglichkeit.

Jürg Wick

In den USA hat das elektrifizierte Coupé mit fünf Türen jede Menge Preise abgeholt. Zu Recht, darf man sagen, denn es stimmt bis hin zum Verkaufspreis ab  56  300 Franken mit 269 PS und 400 Kilometern Reichweite ziemlich alles. Dort wo bei den Luxusmarken die Aufpreisliste beginnt, unterschreibt man beim Ford schon den Kaufvertrag bzw. schickt online die Bestellung ab. Den Händlern gefällt das Onlinesystem nicht, aber praktisch alle Hersteller wollen dies bei den Stromern so durchsetzen. Man wird sich daran gewöhnen müssen.

Seriöser Charakter

Ausstattung und Funktionsschliff, auch die Innenmasse, lassen im Mach-E kaum Wünsche offen. Auf den coupéhaften Dachverlauf ist ein schwarzer Fortsatz montiert, den man selbst bei heller Lackierung kaum wahrnimmt. So passen das Mustang-Erscheinungsbild und innen das familiäre Feeling, auch Grossgewachsene sind im Fond gut aufgehoben.

Mangelnden Kurvengripp muss man wegen des hohen Gewichts nicht in Kauf nehmen, aber einen mediokrenen Federungskomfort auf schlecht geflickten Strassen. Die elektrische Reichweite ist in der Ausführung extended Range mit realistisch 500 Kilometern sommers überdurchschnittlich, winters muss man bei allen Elektromobilen rund einen Drittel abschreiben. Knackpunkte sind die letzten Prozente bei jedem Zapfvorgang; diese aufzuladen, lohnt sich meistens nicht und stresst die Batterie.

An Haushaltsteckdosen lassen sich im Nachttarif ab rund 60 Prozent Bestand über 100 Kilometer Reichweite gewinnen, an Schnellladestationen rund 100 Kilometer innert zehn Minuten, an einer normalen Station während eines Lunchs etwa 60 Kilometer. Je geringer der verbliebene Vorrat, umso schneller gehts voran. Als Gesamtverbrauch ist bei diesem Mustang mit rund 20 Kilowatt/100 km zu rechnen; kein Spitzen- aber ein akzeptabler Wert.

Sauber gelöst ist die Unterbringung des elektrischen Bestecks unter der vorderen Haube im so genannten Frunk. Zur Unterhaltung lassen sich über den Touchscreen ein dezenter Verbrennersound und drei Fahrprogramme abrufen. Der Charakter des Mach-E ist seriös, trotz dem springenden Mustang vorn und hinten.

Bedienung teils, teils

Ja, der dominante Screen, da stand offensichtlich Tesla Pate. Wenigstens lassen sich die Wischer intuitiv hinter dem Lenkrad bedienen und die Lautstärke des Radios geht via grosses Drehrad. Weitere Sekundärfunktionen gehen aber mit dem Touchscreen, also mit von der Strasse abgewendetem Blick. Oder man versucht es über die Sprachbedienung, was dann ungefähr so vonstatten geht, als wenn ein der Sprache Ungelernter es damit trotzdem versucht. Bei der Bedienung besteht also Nachholbedarf, ähnlich wie bei Tesla.

Autotechnisch stellt der Amerikaner, ob mit Hinterradantrieb oder, wie in der getesteten Version, mit 4×4-Antrieb, eine überzeugende Lösung unter den elektrischen Autos dar. Power-Freaks können sich einen Mustang Mach-E als GT mit 487 Leistung ab 81 500 Franken bestellen.

Steckbrief Ford Mustang Mach-E AWD

 

Preis ab 71 940 Franken

Elektromotor vorn und hintenBatterie 98,7 kWh

Leistung System 351 PS

Drehmoment 580 Nm

Antrieb AWD, AT1

0 bis 100 km/h 5,1 sec

V/max (abgeregelt) 180 km/h

Verbrauch gesamt (Werk) 19,5 kW/h 100 km

CO2-Ausstoss 0

Länge/Breite/Höhe 471×188×163 cm

Leergewicht 2182 kg

Kofferraum 402–1420 l

Reichweite (Werk) 540 km

+ Preis/Leistung, Raum, Aufpreisliste

Federung, Touchscreen

Aufgefallen: Exklusiver als ein Tesla

Jürg Wick